Ein Experiment für Lernen 2.0

Wer schneller fährt, spart kaum Zeit — riskiert aber alles.

Paceometer macht den Time-Saving Bias sichtbar: dieses Bauchgefühl, dass „bisschen schneller" viel Zeit spart. Die Mathematik sagt etwas anderes — und die Folgen siehst du hier in Echtzeit.

50 → 70 km/h · 10 km Beispiel
+3 min 26 s
Zeitgewinn
+30 m
Anhalteweg
+0,11 €
Sprit/Fahrt
Innerorts +20 km/h: gerade mal 3 Minuten gespart, dafür Anhalteweg +12 m.
Konzept · Didaktik · Praxis

01 · Zeit

Zeitgewinn? Marginal.

Bei 10 km Strecke kostet dich „70 statt 50 km/h" gerade mal 3 Minuten weniger. Die Wahrnehmung sagt: viel. Mathematik sagt: kaum.

02 · Kosten

Mehrkosten? Real.

Sprit, Strom, Verschleiß, Bußgeld, Punkte in Flensburg — alles steigt mit der Geschwindigkeit. Wir rechnen es live aus, mit aktuellen Tankerkönig-Preisen.

03 · Risiko

Risiko? Quadratisch.

Anhalteweg, Aufprallenergie, CO₂ — wachsen überproportional. Doppelt so schnell heißt vierfacher Bremsweg. Das siehst du hier in Pixel-Animationen.
Warum gerade jetzt?

Energie ist das politische Thema unserer Zeit

Strompreise, Spritpreise, Inflation, Klimaziele — überall wird gespart, jeder Liter und jede Kilowattstunde zählen. Genau jetzt war es noch nie wichtiger, die eigene Fahrweise auf den Prüfstand zu stellen — mit ehrlichem Blick auf Verbrauch, Kosten und Gefährdung.

Verbrauch

Doppelte Geschwindigkeit heißt vierfacher Luftwiderstand. Was du auf den letzten 20 km/h dazu gibst, kostet überproportional viel Sprit oder Strom.

Kosten

Live-Tankerkönig-Preise, aufs Jahr hochgerechnet: wir zeigen, was die paar Minuten Zeitgewinn dich real in Euro kosten — pro Fahrt und pro Jahr.

Gefährdung

Anhalteweg und Aufprallenergie wachsen quadratisch. Was im Kopf nach „bisschen mehr" klingt, ist in der Realität ein Vielfaches an Bremsweg — und an Lebensrisiko.

Klar gesagt: Hier geht es nicht um die politische Debatte rund um ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Es geht darum, sich an die bestehenden Limits zu halten — und genau das macht Paceometer greifbar: Raserei über dem Limit wird sichtbar, in Sekunden, Euro und Aufprallenergie.

Was du im Paceometer findest

Sechs Bilanzen, die zum Nachdenken bringen

Statt einer Tabelle: Pixel-Animationen mit echter Live-Berechnung — wähle eine Bilanz aus.

50 km/h Limit
39 m
80 km/h du
86 m

Anhalteweg = Reaktionsweg (1 s) + Bremsweg (Faustformel (v / 10)²). Im Limit hält das Auto vor dem Hindernis — bei höherem Tempo fährt es darüber hinweg.

Wer schneller fährt, reagiert später — denn in derselben Reaktionssekunde legt das Auto mehr Strecke zurück. Und der Bremsweg wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit: doppelt so schnell heißt vierfacher Bremsweg.

Beispiel-Werte: 50 km/h Limit vs. 80 km/h tatsächlich, 30 km Strecke.
Der Effekt dahinter

Time-Saving Bias

Untersuchungen von Peer & Gamliel (2013) zeigen: Menschen schätzen die Zeit, die sie durch schnelleres Fahren sparen, systematisch falsch ein. Sie unterschätzen den Gewinn bei niedrigen Geschwindigkeiten und überschätzen ihn bei hohen.

Paceometer dreht den Spieß um: statt „km/h" denkst du in Pace — Minuten pro Strecke. Das macht die krummlinige Beziehung zwischen Tempo und Zeit sofort sichtbar.

Beispiel · 10 km Strecke
Innerorts
+10 km/h
50 km/h 12 min
60 km/h 10 min
▲ 2 Minuten gespart
Autobahn
+10 km/h
100 km/h 6:00 min
110 km/h 5:27 min
▲ nur 33 Sekunden gespart
Gleiche +10 km/h, völlig unterschiedlicher Effekt — und unsere Intuition liegt fast immer daneben.
Für wen

Überall dort, wo Tempo zum Thema wird

Vom Klassenraum bis zur MPU-Begutachtungsstelle — Paceometer ist überall einsetzbar, wo es um sichere Geschwindigkeit, Verkehrsprävention und Aufklärung geht.

Fahrschulen

Vor der Theoriestunde: Bauchgefühl und Mathematik in einem visuellen Werkzeug gegenüberstellen.

Polizei & Verkehrsprävention

Aufklärungs-Tool bei Schulbesuchen und Kampagnen, das ohne erhobenen Zeigefinger wirkt.

MPU & Begutachtungsstellen

Realitäts-Check für Wiederholungstäter:innen — wie viel Zeit hast du wirklich gespart? Sehr wenig.

Fuhrpark & Logistik

Fahrer-Schulung im Unternehmen — Sprit, Verschleiß und Risiko transparent machen.

Schulen & Verkehrserziehung

Mathematik trifft Mobilität: anschauliches Lernobjekt für den Unterricht.

Eltern junger Fahrer:innen

Ein Gesprächsanlass, der mehr bringt als „Fahr vorsichtig!" — mit Zahlen, die hängen bleiben.

Häufige Einwände

Aber halt mal —

Die typischen Einwände, kurz und ehrlich beantwortet.

Stimmt das überhaupt?

Aber wer 200 fährt, ist doch doppelt so schnell da wie wer 100 fährt — stimmt das nicht?
Stimmt — auf dem Papier. In der Realität fährst du nicht durchgehend mit Wunsch-Tempo: Tempolimits, Ortsdurchfahrten, Ampeln, Stau, Kurven, Verkehr. Studien zum echten Zeitgewinn zeigen wenige Minuten auf dem ganzen Weg, nicht die Hälfte. Und genau das ist der Fokus von Paceometer: typische Limit-Strecken — Innerorts, Landstraße, Stadtautobahn — wo du sowieso nicht „durchziehen" darfst. Spaßfahrten auf der freien Autobahn sind nicht das Thema.
Was, wenn ich wirklich mal in Eile bin?
Klar gibt es Ausnahmen — Notfälle, Krankenwagen, Geburt im Anflug. Paceometer richtet sich an den Alltag: täglicher Arbeitsweg, Wochenend-Tour, Urlaubsfahrt. Genau die Situationen, in denen wir uns selbst einreden, „bisschen schneller" sei der Schlüssel. Spoiler: ist es meistens nicht.
Ist „Time-Saving Bias" nicht nur Theorie?
Der Effekt ist gut belegt — Peer & Gamliel (2013) zeigen experimentell, dass Menschen den Zeitgewinn durch höhere Geschwindigkeit systematisch falsch einschätzen. Paceometer macht den Bias greifbar: nicht abstrakt, sondern für deine konkrete Strecke und deine konkrete Geschwindigkeit, in Sekunden, Euro und Metern.

Wer steckt dahinter?

Ist das nicht eine politische Tempolimit-Aktion?
Nein. Paceometer mischt sich nicht in die Debatte um ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ein. Die App geht von den bestehenden Limits aus und zeigt, was es kostet, sich nicht daran zu halten. Punkt.
Warum redet da ein „Fahrlehrer" mit mir? Brauche ich keinen.
Mike Marx ist eine KI-Persona: Stimme (ElevenLabs TTS) und Avatar (HeyGen LiveAvatar) sind synthetisch erzeugt — kein echter Mensch. Die Texte stammen aus einem kuratierten Skript der Plakos Akademie und werden dynamisch zur jeweiligen Eingabe gewählt. Wer das nicht möchte, kann den Sound im Browser stummschalten; die Zahlen, Animationen und Bilanzen funktionieren auch ohne ihn.

Daten & Privatsphäre

Sind die Bußgelder und Spritpreise aktuell?
Ja. Die Bußgelder kommen aus dem aktuellen StVO-Bußgeldkatalog (Stand 2026, basierend auf der Novelle vom 09.11.2021), Quelle ist im Tool einsehbar. Die Spritpreise werden alle 4 Stunden über die Tankerkönig-API frisch geholt — Stand der Daten siehst du im Sprit-Modal.
Speichert ihr meine Daten? Muss ich mich anmelden?
Keine Anmeldung. Keine Tracking-Cookies. Deine Einstellungen (Tempolimit, Aufschlag, Strecke) liegen rein lokal in deinem Browser (localStorage). Du kannst sie jederzeit über das Menü „Daten zurücksetzen" wieder löschen.
Funktioniert das auch für E-Autos, LKWs oder Motorräder?
E-Autos sind direkt drin — eigene Verbrauchskurve in kWh/100 km, eigenes Reichweiten-Modell. Für LKWs und Motorräder gelten andere Bußgeld-Sätze und Verbrauchsprofile, die sind aktuell nicht abgebildet.
Jetzt

Zwei Minuten, die du nicht zurückbekommst.

Stell ein Tempolimit ein, dreh am Tacho, klick durch die fünf Bilanzen. Dann weißt du, was „bisschen schneller" wirklich kostet.

Innerorts · 10 km50 → 70 km/h
Zeitgewinn
+3 min
Bremsweg
+12 m
Bußgeld
+70 €
Ein Experiment für Lernen 2.0 — von
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